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KEIR – Konzert im Berliner Privatclub

Mittwochabend gab mit KEIR wieder einmal ein Newcomer ein Konzert im Berliner Privatclub. Nach dem Auftritt auf dem Reeperbahn Festival 2018 war dies sein erstes „Offizielles“ Konzert in Deutschland. Und es könnte sein, dass die mehr als 200 Fans im ausverkauften Privatclub hier einen Künstler sahen, den man schon bald nur noch von Weitem auf den ganz großen Bühnen sieht.

Er wäre nicht der Erste, der es innerhalb kurzer Zeit geschafft hat, vom Privatclub aus die großen Bühnen zu erobern. So wie etwa die Teskey Brothers oder Lewis Capaldi. 

Dass KEIR das schaffen kann, davon waren am Ende des Abends sicher alle, die da waren, sicher. Der Mann hat auf jeden Fall Charisma und eine absolute Bühnenpräsenz.

Einerseits wirkt er introvertiert, wenn er sich zu Beginn der Songs mit dem Rücken zum Publikum hinstellt oder auf den Boden setzt und die Hand vor das Gesicht hält. Gerade so, als wolle er niemanden sehen und von niemandem gesehen wird. Aber sobald die Musik seiner vierköpfigen Band einsetzt explodiert er gerade zu, tanzt und wirbelt auf der Bühne herum wie ein Derwisch. Und dann, wenn der letzte Ton vorbei ist, scheint er so außer sich, dass er sich erst einmal wieder sammeln muß, um überhaupt weitermachen zu können.

Musikalisch bewegt KEIR sich irgendwo zwischen White Stripes und Sam Fender, einem anderen jungen Rebellen aus „Good Old England“. Sehr rockiger, druckvoller Sound – Schlagzeug und Gitarre lassen es ordentlich krachen. Die Bässe gehen regelrecht durch Mark und Bein, die Synthies sind bis zum Anschlag aufgedreht. Das passt natürlich zu seinem Gesangsstil. KEIR schreit seine Wut oder Verzweiflung aus sich heraus. Dass er es aber auch anders kann, zeigt er in „Say Love“. Der Song ist allerdings eine totale Ausnahme.

Hier die Setliste vom Mittwoch:

"KEIR", Konzert, Privatclub, Berlin, 22.01.2020

Setliste – KEIR, Konzert, Privatclub, Berlin, 22.01.2020,

Was ihm für den großen Durchbruch natürlich noch fehlt, ist ein Album. An diesem Abend gab es 10 Songs, alle um die 3 – 4 Minuten lang. So war dann auch schon nach etwas mehr als 40 Minuten Schluß. Ohne Zugabe. Als nach dem letzten Song „Squeeze Me“ das Licht ausging, verschwand er von der Bühne und ward nicht mehr gesehen.  Am Ausgang konnte ich dann immerhin erfahren, dass das so geplant war, um dem Jugendschutz gerecht zu werden. 

Hier nun die Bilder von KEIR, einem der vielversprechendsten Newcomer des Jahres 2020:

© Christian Behring im Januar 2020

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