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Sehenswertes in Lichtenberg-Hohenschönhausen

Was gibt es eigentlich in Lichtenberg-Hohenschönhausen an Sehenswertem? Gibt es überhaupt irgendwelche Sehenswürdigkeiten in dem Stadtbezirk im Nordosten der deutschen Hauptstadt? Lohnt sich ein Ausflug nach Hohenschönhausen oder Lichtenberg?

Natürlich findet man hier keine großen Museen oder Galerien wie im Zentrum, in Mitte oder Tiergarten. Aber dafür hat Lichtenberg einige geschichtsträchtige Orte zu bieten und daneben mit dem Tierpark eben auch den größten zoologischen Garten Europas. Neuerdings lohnt sich hier sogar ein Ausflug in der Vorweihnachtszeit wenn ab 17 Uhr alles leuchtet. In Corona-Zeiten heißt es allerdings: Karten gibt`s nur online und für ein bestimmtes Zeitfenster.

Nicht weit vom Tierpark entfernt befindet sich das Deutsch-Russische Museum in Karlshorst. Hier wurde am 8. Mai die Kapitulation des Deutschen Reichs unterschrieben. Hier hatte auch der Russische Stadtkommandant seinen Sitz. In Karlshorst war auch die Garnison der Roten Armee bis zu deren Abzug. An die Hochzeit des Pferde-Rennsports erinnern heute nur noch die Gebäude der Trabrennbahn Karlshorst. Immerhin hat Karlshorst noch ein Kulturhaus mit einer kleinen Foto-Galerie im Angebot (gleich gegenüber vom S-Bahnhof).

Unweit vom Bahnhof Lichtenberg liegt der alte Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Hier befindet sich die Gedenkstätte der Sozialisten. Auch eine Reihe Künstler-Gräber (u.a. Käthe Kollwitz, Ludwig Renn, Konrad Wolf) finden sich auf dem Friedhof, genauso wie das ehemalige Revolutionsdenkmal. Eine Gedenktafel auf dem Sockel erinnert an das von Mies-van-der-Rohe entworfenen Mahnmal.

Weiter stadteinwärts kommt man vorbei an einem der „Lost Places“, dem ehemaligen Stadtbad Lichtenberg in der Hubertusstraße. Ein paar Straßen weiter kommt man zum ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Im Haus 1 ist heute das Stasi-Museum, gleich nebenan befindet sich das Archiv mit den Stasi-Unterlagen. 

Wenn man auf der Nordseite nach links in die Normannenstraße abbiegt, kommt man direkt zum Rathaus des Bezirks Lichtenberg-Hohenschönhausen. Überquert man die Kreuzung vor dem Rathaus, kommt man direkt zur Parkaue. Gleich neben dem Park liegt das einzige Theater des Stadtbezirks. Das Theater an der Parkaue ist mit drei Bühnen eins der größten Kinder- und Jugend-Theater Deutschlands. Damit wären wir dann fast durch in Lichtenberg. Für Interessierte wäre vielleicht noch erwähnenswert, dass der alte Zille auch in Lichtenberg gewohnt hat, genauer gesagt im Victoria-Kiez

So, und was hat Hohenschönhausen zu bieten?

Von der Parkaue fährt man einfach über die Möllendorffstraße weiter auf dem Weißenseer Weg bis zur Konrad-Wolf-Straße. Direkt an die Kreuzung beginnt das Gelände  des Sportforums Berlin. Auf 45 Hektar befinden sich 35 Sportanlagen. Der Olympiastützpunkt Berlin ist hier beheimatet, genauso wie 20 Sportvereine. So trainieren hier u.a. auch die Eisbären Berlin in ihrem „Wellblechpalast“.

Nur ein paar hundert Meter weiter Richtung Osten kommt man zum Orankesee mit Strandbad. Überquert man die Straße, steht man am daneben liegenden Obersee. Hier befinden sich ein alter Wasserturm mit Bar und das Mies-van-der-Rohe-Haus. Das Haus,  das von 1932-33 entstand, war das letzte Wohnhaus, das Mies van der Rohe entwarf. Das Ehepaar Lemke wohnte hier bis 1945. Nach der Wende ging es in die Trägerschaft des Stadtbezirks über und dient seit der Sanierung  als Ausstellungsort. Rund um Obersee und Orankesee befindet sich übrigens ein regelrechter Skulpturenpark.

Auf der Oberseestraße Richtung Süden, weiter über die Konrad-Wolf-Straße und dann auf die Freienwalder Straße abbiegend, landet man am Ende der Straße direkt vor den Toren der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Hier wird an eines der dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte erinnert. Von 1946 – 51 war hier zunächst ein sowjetisches Speziallager / Gefängnis. Ab 1951 errichtete hier das MfS sein zentrales Untersuchungsgefängnis.

Damit wäre mein Rundgang durch den Bezirk beendet.

Hier die Fotos der Sehenswürdigkeiten aus Lichtenberg-Hohenschönhausen:

© Christian Behring im Mai 2020

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